Nie mehr Sex
Kann es sein, dass in einer Gesellschaft, in der so viel über Sex geschrieben und geredet wird, die Realität ganz anders aussieht? Wie lebt es sich ohne Sexualität, wie sehr beeinträchtigt sie das Leben, wie sehr vermissen Menschen Sexualität? Kann man auch ein erfülltes und glückliches Leben ohne Sex führen, und ist Sexualität in unserer Zeit nicht gänzlich überbewertet?
Diesen Fragen geht die Autorin nach, indem sie möglichst verschiedene Frauen und Männer unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Lebenssituationen zu dem Thema befragt, warum sie keinen Sex haben, wie lange schon nicht mehr oder warum sie vielleicht sogar noch nie welchen hatten.
»Heute ist kaum etwas so peinlich wie zuzugeben, dass man keinen Sex hat. Wer Erfolg hat, hat auch Sex. Sexuell attraktiv zu sein, gefragt zu sein, hat oft etwas mit dem Stellenwert zu tun, den man innerhalb einer Gesellschaft einnimmt. Doch kann es sein, dass in einer Gesellschaft, in der so viel über Sex geschrieben und geredet wird, die Realität ganz anders aussieht?« fragt die Autorin Renate Wichers.
Das Buch
»Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.« Die 60er Jahre waren die sog. Zeit der sexuellen Befreiung, die in einem politisch links orientierten Milieu ihren Anfang nahm. Die Popmusik dieser Zeit spiegelte das ebenfalls wider. »All we need is love«. Sexualität hatte jetzt nicht mehr nur im legalisierten Rahmen der Ehe ihren Platz, Sexualität wurde als ein natürliches Bedürfnis des Menschen gesehen, das genauso besteht wie Essen und Trinken. Die unterdrückte Sexualität wurde als einer der Gründe angeführt, die Menschen veranlassen, Kriege zu führen. »Make love! Not war!« Es schien so, als wären mit der »sexuellen Revolution« alle Probleme der Menschheit gelöst. Wir wissen, dass das eine naive und unzureichende Erklärung des menschlichen Wesens ist.
Heute ist kaum etwas so peinlich wie zuzugeben, dass man keinen Sex hat. Wer Erfolg hat, hat auch Sex. Sexuell attraktiv zu sein, gefragt zu sein, hat oft etwas mit dem Stellenwert zu tun, den man innerhalb einer Gesellschaft einnimmt. Man fällt aus diesem Raster, wenn man äußerlich benachteiligt ist, sei es, dass man zu dünn, zu dick, zu alt, behindert, krank ist oder arbeitslos. Und als Obdachloser steht man gänzlich außerhalb gesellschaftlicher Normen und Werte.
Wir leben in einer vollständig sexualisierten Gesellschaft und auch in einer scheinbar tabufreien. Sex ist käuflich überall verfügbar, sei es auf dem Strich oder in Pornokinos. Aber wie sehr können wir den Statistiken trauen, den Umfragen, wie oft jemand Sex mit einem Partner hat. Werden die, die überhaupt keinen haben, wahrheitsgetreu antworten oder nicht eher die Antwort geben, von der sie glauben, dass sie »richtig« sei? Vielleicht wird nirgendwo so viel gelogen wie beim Thema Sex? Zeitungen und Illustrierte ködern ihre Leser mit Reportagen, die auf immer neue Weise Sex thematisieren.
Kann es sein, dass in einer Gesellschaft, in der so viel über Sex geschrieben und geredet wird, die Realität ganz anders aussieht? Was ist, wenn Sex in der Öffentlichkeit in einer Weise dargestellt wird, in der sich die Wirklichkeit nur sehr partiell spiegelt, und »die im Dunklen, die sieht man nicht«? Und wie sieht es mit Cybersex aus? Wer praktiziert Cybersex? Scheitern Menschen daran, ihre Phantasien in die Wirklichkeit umzusetzen, vielleicht wegen ihrem Unvermögen sich mit Menschen aus Fleisch und Blut einzulassen oder aufgrund ihrer zu hohen Erwartungen? Inwiefern hat AIDS Einfluss auf das sexuelle Verhalten der Menschen genommen, bewusst oder auch unbewusst? Und inwiefern spielen gewisse Antisex-Trends, wie sie angeblich in den USA anzutreffen sind, eine Rolle?
Im »Kamasutra«, das Vatsyayana im 3. oder 4. Jahrhundert verfasst hat, steht im Kapitel »Ziel des Lebens«: »Der Mensch ist von seiner Sexualität abhängig. Die Frage ist, wo fängt Sexualität an, und wo hört sie auf. Bedeutet, keinen Sex zu haben, keinen Partner zu haben, mit dem man sie praktiziert, oder heißt das, dass man seine Sexualität so sublimiert hat, dass man sie als solche gar nicht mehr empfindet oder spürt?«
Wie lebt es sich ohne Sexualität, wie sehr beeinträchtigt sie das Leben, wie sehr vermissen Menschen Sexualität? Kann man auch ein erfülltes und glückliches Leben ohne Sex führen, und ist Sexualität in unserer Zeit nicht gänzlich überbewertet?
Diesen Fragen geht die Autorin nach, indem sie möglichst verschiedene Frauen und Männer unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Lebenssituationen zu dem Thema befragt, warum sie keinen Sex haben, wie lange schon nicht mehr oder warum sie vielleicht sogar noch nie welchen hatten.
Die Autorin
Renate Wichers, geb. 1949, nach einem Studium der Germanistik und einem Aufenthalt in Frankreich begann sie beim NDR-Fernsehen zu arbeiten. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Gedichtbände, Beiträge in Anthologien und »Traumlieben« (15 Geschichten von Frauen zwischen 14 und 80, die von ihren Traumlieben erzählen, Sammlung Luchterhand). Beim Allegra-Literaturwettbewerb erhielt Renate Wichers den 3. Preis unter 2200 Bewerberinnen.
Die Daten
- Renate Wichers: NIE MEHR SEX
- Leben ohne Liebe?
- ca. 320 Seiten, Taschenbuch
- ISBN 3-89602-674-7
- 9,90 Euro
Die Presse
»Die Autorin Renate Wichers hat für ihr Buch 36 Männer und Frauen unterschiedlichsten Alters befragt. 22 Geschichten sind jetzt auf 320 Seiten veröffentlich. Sie alle beeindrucken durch eine schonungslos offene Sprache. Selten gelingt es, einen so tiefen Einblick in die Intimsphäre anderer Menschen zu erlangen.« Kölner Stadt-Anzeiger
»Elf Männer und elf Frauen berichten ebenso freimütig wie unterhaltsam aus ihrem Leben in der letzten Tabuzone – und reden dabei die meiste Zeit über Sex.« Der Spiegel
»Dieses Buch wird viele Menschen erleichtern: 22 Frauen und Männer erzählen, warum sie keinen Sex mehr haben, vielleicht noch nie welchen hatten, und warum das auch gut so ist.« Berliner Illustrierte Zeitung
»Entstanden sind sehr direkte, sehr dichte, sehr verschiedene Lebensberichte. Die Geschichten erheben keinen Anspruch, repräsentativ zu sein. Aber sie spiegeln doch die gesellschaftliche Situation wieder.« Schweriner Express
»Die einen leiden schüchtern, die anderen sehen es pragmatisch – aber alle erzählen davon mit überraschender Offenheit.« dpa
»Beruhigend für alle, die denken, nur sie hätten dieses Problem, spannend für alle anderen.« Myself
»Renate Wichers, die alle Interviews geführt und gesammelt hat, legt damit ein angenehm unprätentiöses Buch vor, respektvoll und tiefgehend.« Fm4 Online
»›Nie mehr Sex‹ ist ein mutiges Buch. Nicht, weil Sex in unserer Gesellschaft ein Tabuthema wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Auf Werbeplakaten, in Filmen, durch Kleidung, in der Sprache – überall scheint Sex so präsent und enttabuisiert wie kaum je zuvor. Die 22 in ›Nie mehr Sex‹ Interviewten nehmen in einer Ehrlichkeit Stellung, die oft an die Grenze dessen stößt, was man ›sagen darf‹, sprechen offen und schonungslos über ihr Verhältnis zum anderen Geschlecht und legen ihre intimsten Fantasien dar. Dass das Ganze trotzdem lesbar bleibt und keinen Moment lang ins pornographisch Voyeuristische abrutscht, ist wohl nicht zuletzt der Gesprächsleiterin und Herausgeberin Renate Wichers zu verdanken. Herausgekommen sind 22 beeindruckend offenherzige Portraits, bei denen es vor allem, aber nicht nur um Sex geht.« netzmagazin.ch
»Wer sich für höchst interessante Lebenswege und -geschichten ohne Sex interessiert, sollte sich ›Nie mehr Sex‹ auf jeden Fall zulegen und wird dabei vielleicht den ein oder anderen interessanten Aspekt und Denkansatz entdecken.« musicheadquarter.de
»›Nie mehr Sex‹ ist ein mutiges Buch. Nicht, weil Sex in unserer Gesellschaft ein Tabuthema wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Auf Werbeplakaten, in Filmen, durch Kleidung, in der Sprache - überall scheint Sex so präsent und enttabuisiert wie kaum je zuvor. Die 22 in ›Nie mehr Sex‹ Interviewten nehmen in einer Ehrlichkeit Stellung, die oft an die Grenze dessen stößt, was man ›sagen darf‹, sprechen offen und schonungslos über ihr Verhältnis zum anderen Geschlecht und legen ihre intimsten Fantasien dar. Dass das Ganze trotzdem lesbar bleibt und keinen Moment lang ins pornographisch Voyeuristische abrutscht, ist wohl nicht zuletzt der Gesprächsleiterin und Herausgeberin Renate Wichers zu verdanken. Herausgekommen sind 22 beeindruckend offenherzige Portraits, bei denen es vor allem, aber nicht nur um Sex geht.« alphafrauen.org
»Sexualität scheint in der heutigen Zeit so selbstverständlich zu sein wie Essen und Trinken. Keinen Sex zu haben, gilt als unnormal und ungesund. Die Autorin Renate Wichers will diese Haltung nicht einfach hinnehmen und hat deshalb eine Menge Fragen gestellt. Sie führte Gespräche mit 22 Männern und Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Sex mehr haben oder noch nie welchen hatten. Sie wollte wissen, wie jene Menschen mit diesem Mangel leben. Und ob sie es schaffen, ohne Sexualität eine erfülltes und glückliches Leben zu führen. Die oft erstaunlichen Antworten, die sie bekommen hat, sind in diesem Lesebuch zusammengetragen.« Liebe hält gesund

