Sie hat mich betrogen
Männer erzählen von Liebe, Betrug und Verrat.
Betrogen und verlassen zu werden, ist für Männer und Frauen eine zutiefst leidvolle Erfahrung. Um an diesem Schmerz nicht zu zerbrechen, beginnen die meisten Frauen zu reden – oft mit ihrer besten Freundin. Männer dagegen verstummen. Die Trauer darüber zu akzeptieren oder gar zu zeigen, gilt immer noch als unmännlich. Weil Männer Angst davor haben, ihr Gesicht zu verlieren, als der Gehörnte, der Schlaffi, der Loser dazustehen, verknoten sie lieber ihre Zunge und trinken mit ihren Kumpels ein Bier. Nähe entsteht dabei selten.
In diesem Buch haben 21 betrogene Männer diese Nähe zugelassen, erzählen in beeindruckender Offenheit von Liebe, Betrug und dem Leben danach.
Das Buch
Als das Buch »Du hast mich betrogen«, Frauen erzählen von Liebe, Betrug und Verrat bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschien, meldeten sich viele Frauen zu Wort, aber auch Männer. Zum Beispiel Peter, der fragt: »Warum geht es immer um die betrogenen Frauen? Diese Einseitigkeit finde ich irritierend, und deshalb möchte ich dieses Bild ein wenig zurechtrücken, denn bei mir war der Tathergang genau umgekehrt.«
Auch André lehnt vehement ab, es gäbe nur arme, betrogene Frauen: »Die Welt ist viel komplexer, differenzierter, denn zu jeder betrogenen Frau gehört eine betrügende Frau. Außerdem reichen heute achtzig Prozent der Scheidungen Frauen ein. Darüber wird endlos philosophiert. Aber wer fragt, wie sich Männer fühlen, wenn sie verlassen werden?«
Georg fände ein Buch über betrogene Männer interessant, wenn die Interviews eine Frau macht, denn »da müssen Männer nicht Härte und Stärke zeigen, sondern können über Schwächen reden.«
Und Martin fordert vor dem Interview: »Ich erzähle Ihnen meine Geschichte nur, wenn im Vorwort dann nicht so schlaue Sachen stehen wie: Männer geraten in eine tiefere Krise, wenn sie verlassen werden, weil sie nicht wissen, ob man Socken und weiße Hemden besser getrennt wäscht.«
Auch nicht, wenn sie es zugeben?
Der Inhalt
Nicolai, 33, fühlt sich betrogen, als seine Freundin mitten in der Phase des Verliebtseins zu ihm sagt: »Ich war gestern bei Justus, und als der mir einen ›Keks‹ angeboten hat, habe ich nicht nein gesagt.« Es verletzt ihn, denn »sie war meine erste Frau, mit der ich im Bett war und ich steckte voller Ängste, zu einfallslos, zu lasch oder zu derb zu sein. Aber ich konnte sie nicht loslassen. Ich brauchte ihre Zärtlichkeit. Das war sooo schön, das wollte ich nicht verlieren.«
Anfangs glaubt Wolfram, 46, dass seine Frau wirklich nur tanzen geht, um sich auszutoben. Bis sie ihm eröffnet: »Ich habe mich in einen anderen Mann verliebt.« Zuerst denkt er: »Was habe ich falsch gemacht? Wie kann ich das umdrehen?« Doch als er nach der Nachtschicht nicht mehr in die Wohnung kommt, weil sie die Schlösser ausgetauscht hat, sieht er rot. Drei Tage wartet er im Auto darauf, dass sie das Haus verlässt: »Dann hätte ich durchgestartet und sie überfahren. Ich war voller Hass.«
Michael, 44, wundert sich sehr, dass seine Frau plötzlich wieder schwarze Unterwäsche trägt. Als er erfährt, dass sie fremdgeht, will er sich erschießen, fragt sich jedoch: »Macht es Dreck, wenn man sich in den Kopf schießt? Und wenn ja, sollte man es dann besser im Bad als im Auto tun?«
Die Autorin
Heide-Ulrike Wendt, 52, lebt als freie Autorin in Berlin. Vor der Wende arbeitete sie bei der Wochenpost, danach als Reporterin beim extra-Magazin. Von 1992 bis 1995 war sie Redakteurin beim Stern, anschließend arbeitete sie als Autorin bei AMICA in Hamburg.
Seit 1997 schrieb sie u.a. für Die Zeit, den Stern, Brigitte, Spiegel-Special, Literaturen, die Welt am Sonntag und für mehrere Anthologien.
Im Herbst 2002 erschien bei Schwarzkopf & Schwarzkopf ihr Buch »Du hast mich betrogen«, im Frühjahr 2003 »Wir Scheidungskinder«.
Die Zielgruppe
• Männer, die betrogen wurden
• Männer, die befürchten, dass sie betrogen werden
• Männer, die wissen wollen, wie andere Männer damit umgehen
• Frauen, die betrügen
• Frauen, die wissen wollen, was sie ihren Männern damit antun
• Frauen, für die Männer unbekannte Wesen sind
• Menschen, die Betrug für Zeitgeist halten
Die Daten
Heide-Ulrike Wendt: Sie hat mich betrogen
Männer erzählen von Liebe, Betrug und Verrat
ca. 320 Seiten, Taschenbuch, 12,90 Euro
ISBN 3-89602-456-6
Die Presse
»Über zwei Jahre suchte die Autorin, bis sie 21 gehörnte Männer zusammenhatte – kein Mann wollte gern als Loser dastehen.« Woman
»Menschen, deren Lebensumstände unterschiedlicher nicht sein könnten, haben ihr Geschichten anvertraut, und Wendt hat daraus sehr packende Reportagen und Porträts geschrieben.« Märkischer Sonntag
